30 Tage ohne Zucker – Erfahrungsschatz eines Jugendlichen

…und was die Pickel dazu sagen.


Ein Jugendlicher stellte sich der Herausforderung und verzichtete 30 Tage lang auf Industriezucker. Das Ergebnis ist erstaunlich. Und das, obwohl die Hormone Achterbahn fahren.


Ich habe Florian, 15 Jahre alt, Schüler, in der Pubertät, befragt.



Interview

nutrijoyous: Florian, du hast das Experiment gewagt und 30 Tage lang keinen Industriezucker gegessen. Wie hast du das gemacht und auf welche Lebensmittel hast du in dieser Zeit verzichtet?

Florian: Am Anfang habe ich geschaut, wo so richtig viel Zucker drin ist. Mit Zucker meine ich Industriezucker, also so etwas wie Haushaltszucker. Zucker aus Früchten, also Fruchtzucker ist okay. Dann habe ich angefangen direkt Nutella weg zutun und halt die ganzen Süßigkeiten. Und dann habe ich gar keine Süßigkeiten mehr gegessen. Bis auf eine Ausnahme. Denn einmal hat eine Mitschülerin einen Amerikaner mitgebracht. Den habe ich gegessen. Und auch ein Eis habe ich mal gegessen. Aber ansonsten habe ich nie etwas Süßes gegessen.

nutrijoyous: Wow, das ist ja eine großartige Leistung. Und was hast du statt der Süßigkeiten gegessen? Du hattest doch sicherlich auch mal Appetit auf etwas Süßes, oder?

Florian: (lacht) Ich esse in letzter Zeit sehr viel Obst. Also immer, wenn ich zum Beispiel bei Oma bin. Wenn meine Schwester oder Oma einen Pudding essen, dann esse ich Obst. Also eine Banane oder einen Apfel.

nutrijoyous: Du sagtest, dass du am Anfang erstmal geschaut hast, wie viel Zucker in den einzelnen Lebensmitteln enthalten ist. Das steht nicht immer auf den Produkten drauf. Wie hast du das herausgefunden?

Florian: Joar, man weiß es ja schon immer so ein bisschen. Und da ich ja auch das Fach Hauswirtschaft in der Schule habe, wusste ich an sich schon, wo überall viel Zucker drin ist und wo nicht. Und da, wo ich es nicht genau wusste, habe ich es dann entweder sein gelassen oder im Internet nachgeschaut.





nutrijoyous: Und was hast du dann den ganzen Tag über genau gegessen?


Florian: Also zum Mittagessen kocht Mama ja meistens oder ich koche selbst. Weil wir beide die 30 Tage ohne Zucker Challenge gemacht haben, achteten wir da ja beide darauf. Und zum Frühstück und Abendbrot esse ich an sich immer Vollkorntoast mit Käse. Also ich habe einen richtig coolen Sandwich-Maker. Dann mache ich mir immer Toast mit Käse und trinke Wasser dazu.


nutrijoyous: Und was hast du vor der 30 Tage Zucker-Challenge immer morgens und abends gegessen?


Florian: Da habe ich immer ein Sandwich mit Käse und ein Sandwich mit Nutella gegessen. Und ansonsten Wasser oder ab und zu auch ein bisschen Saft getrunken. Den Saft habe ich jetzt immer mit Wasser verdünnt. Also ich trinke ihn nicht mehr pur wie früher.


nutrijoyous: Also du verzichtest auf Saft, obwohl der Zucker aus den Früchten kommt?


Florian: Ja! Denn durch die 30 Tage ohne Zucker Challenge habe ich mal auf der Verpackung nachgesehen, wie viel Fruchtzucker denn enthalten ist. Ein kleines Glas roter Multisaft zum Beispiel, der ja eigentlich nur Fruchtzucker enthält, hat aber 40 g Zucker. Klar ist es nicht so schlimm, als wenn ich jetzt ein Snickers oder so esse, aber sind halt trotzdem schon 40 Gramm Zucker. Auch wenn es halt Fruchtzucker ist. Aber das ist ja auch in großen Mengen nicht gut.


nutrijoyous: Oh ja und oftmals bleibt es ja auch nicht bei einem kleinen Glas Saft. Jetzt verrate uns doch mal, warum du eigentlich auf Zucker verzichtest. Was ist deine Motivation?


Florian: Der Hauptgrund sind meine Pickel. Ich mein, ich war nie etwas fülliger, sondern eher immer etwas dünn oder durchschnittlich. Obwohl ich süße Sachen gegessen habe. Nur durch die Pubertät habe ich auch sehr viele Hautunreinheiten bekommen und klar haben sehr viele andere Leute auch mehr Pickel als ich. Aber ich mag das nicht so viele Pickel zu haben und deshalb habe ich es gemacht.


nutrijoyous: Und hast du denn schon vorher etwas anderes ausprobiert, um deine Pickel loszuwerden?


Florian: (lacht) Oh ja, ich habe alles probiert. Also dieses ganze Pickel-Zeug für die Haut, wie Cremes etc. Das benutze ich auch jetzt noch. Ansonsten mache ich auch sehr viel Sport, also ich spiele Tennis, fahre mit dem Fahrrad zur Schule und so. Manchmal bin ich auch joggen gegangen, obwohl ich keine Lust hatte. Aber Mama meinte dann, dass das gut für die Haut sei, weil dann der ganze Talg ausgeschwitzt wird.



nutrijoyous: Ah ja, also du hast so äußere Anwendungen für die Haut gemacht und dann noch viel Bewegung und Sport getrieben. Und hast du damals auch schon auf deine Ernährung geachtet? Vielleicht auf Fast Food Produkte wie Burger, Pommes und Co. verzichtet? Oder hast du zum Beispiel auch mehr Wasser getrunken?


Florian: Ja, ich trinke seit ca. 9 Monaten immer viel Wasser. Außer wenn wir mal im Restaurant gegessen haben, dann habe ich auch mal eine Fanta getrunken. Ich habe auch mal ausprobiert keine Milch zu trinken und keinen Käse zu essen, aber das hat nicht viel verändert. Also meine Pickel sind dadurch nicht weniger geworden.


nutrijoyous: Und hast du denn eine Änderung wahrgenommen, während der 30 Tage ohne Zucker Challenge?


Florian: (nickt heftig und grinst) Ja, meine Haut hat sich nach einer Woche ohne Zucker komplett verändert. Nach einer Woche hatte ich fast keine Pickel mehr. Vielleicht 2-3 Pickel aber mehr nicht. Aber wenn ich dann nur einmal eine Ausnahme gemacht habe, also z.B. ein Eis gegessen habe, dann waren am nächsten Tag sofort wieder ganz viele Pickel da. Und was ich noch gemerkt hab ist, dass man meine „Muskeln“ im Oberkörperbereich deutlich besser sehen kann und meine Beine sind irgendwie dünner geworden. Ich meine, ich spiele ja viel Tennis, aber irgendwie habe ich da jetzt mehr Muskeln als vorher und die sind dünner.


nutrijoyous: Ich denke, dass es trotz der großartigen Veränderung deiner Haut und deines Körpers, superschwer ist, von heute auf morgen keinen Zucker zu essen. Wer hat dich denn bei deinem Vorhaben unterstützt? Oder gab es vielleicht auch Leute, die sich belächelt haben?


Florian: Ja auf jeden Fall hat mich die Mama und du unterstützt. Und ich glaube es wäre auch schwieriger gewesen, wenn Mama nicht mitgemacht hätte. Weil sie ja auch quasi einkaufen gegangen ist. Und wir haben hier auch jetzt gar keine Süßigkeiten zuhause. Und deswegen ist es auch gar nicht so schwierig darauf zu verzichten. Die erste Woche war relativ schwierig, aber danach ist es halt an sich normal. Und ich glaube es war auch gut, dass ich direkt allen, mit denen ich zutun habe, Bescheid gesagt habe. Denn wenn wir zur Oma gegangen sind, dann stand sonst immer Saft und Kuchen auf dem Tisch. Jetzt stehen halt immer noch Weintrauben und anderes Obst auf dem Tisch. Und da ich sehr gerne Früchte mag, war das dann auch nicht so schlimm.


nutrijoyous: Und hast du es auch deinen Freunden gesagt?


Florian: Ja, die haben halt eher so gesagt „schaffst du eh nicht“ und so „ja glaube ich dir nicht“, aber im Endeffekt müssen sie es ja auch nicht glauben, weil ob sie es jetzt glauben oder nicht, ist mir relativ egal. Wenn ich mir selbst sicher bin, dass ich es durchziehe, dann habe ich ja nichts zu befürchten.


nutrijoyous: Und was hilft gegen Heißhunger-Attacken?


Florian: Auf jeden Fall sollte man für die Zeit immer das Obst zuhause haben, das man richtig gerne isst. Und am besten erst gar keine Süßigkeiten kaufen. Und wenn du es nicht im Haus hast, dann denkst du halt auch absolut nicht darüber nach.

Außerdem habe ich statt Eis immer ganz kaltes Wasser aus dem Kühlschrank getrunken. Denn oftmals hatte ich einfach Lust auf etwas kaltes, wenn es draußen so warm war. Da ist kaltes Wasser super. Manchmal, wenn ich richtig Lust auf Süßigkeiten hatte, dann habe ich mich abgelenkt oder sogar manchmal ein kurzes Nickerchen gemacht. Nach 30 Minuten war der Heißhunger wieder weg. Aber das war eher in der ersten Woche so schlimm. Danach geht es weg.

Richtig schwer war es nur dann, wenn ich bei meinem Papa war und der hat immer Süßigkeiten zuhause. Wenn meine Schwester dann neben mir Süßigkeiten gegessen hat, dann musste ich den Raum kurz wechseln. Dann habe ich wieder Obst gegessen.


nutrijoyous: Was kannst du anderen Menschen an Tipps mitgeben, die es auch mal ausprobieren möchten, 30 Tage ohne Zucker zu leben? Ist es denn überhaupt empfehlenswert?


Florian: Ich würde auf jeden Fall jedem raten, es mal für 30 Tage auszuprobieren ohne Zucker zu leben. Nicht, weil man dann für immer ohne Zucker leben sollte. Sondern weil man Süßigkeiten mehr wertschätzt. Also man isst halt nicht mal so eine ganze Packung Kinderriegel oder so, sondern man isst dann halt weniger. Ich würde jetzt zum Beispiel auch nicht mehr -wie früher- jeden Tag Nutella essen, sondern nur wenn man es wirklich mal genießen möchte. Definitiv esse ich es nicht mehr, wenn ich Hunger oder so habe. Da esse ich heute etwas Vernünftiges.

Man sollte es mal machen, um einfach mal die Erfahrung zu bekommen. Nicht 4 oder 5 Toasts mit Nutella essen, sondern mal eins oder höchstens zwei. Ich sehe es heute eher als Genussmittel an.


nutrijoyous: Schön Florian. Ich bin richtig stolz auf dich. Zum einen, dass du es so toll durchgehalten hast und zum anderen, dass du es so schön reflektierst und deine Schlüsse daraus ziehst. Vielen Dank, dass du deine Erfahrungen mit uns geteilt hast.



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Nicole Haas

Oecotrophologin B.Sc. / Diätassistentin / NLP Practitioner


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